Historischer Marktplatz
Historischer Marktplatz

Beschreibung

Der  Lehr- und Informationpfad  „Schiefe Ebene“, angelegt 1991 vom Bauhof der Marktgemeinde Marktschorgast und unterstützt von den Gemeinden Marktschorgast, Himmelkron und Neuenmarkt sowie vom Deutschen Dampflokomotiv-Museums Neuenmarkt zeigt uns die technik- und baugeschichtlichen Besonderheiten dieser einmaligen Bahnstrecke. Der Lehrpfad mit der Markierung  „SE im grünen Feld“  beginnt beim Bahnhof  Marktschorgast und führt talwärts zu den markantesten Kunstbauwerken bis zum Bahnhof Neuenmarkt/Wirsberg. Selbstverständlich kann man den Weg auch in umgekehrter Richtung von Neuenmarkt/Wirsberg nach Marktschorgast gehen. Für die Rückkehr zum Ausgangspunkt bietet sich natürlich eine Bahnfahrt an.

Das Ensemble des hiesigen Bahnhofes und die Brücke wurden bereits beschrieben. Von Beginn des Dampfbetriebes an markiert die Brücke den entscheidenden Punkt der „Schiefen Ebene“: Hier endete die eigentliche Steilrampe, die starke Steigung geht in die fast waagerecht liegenden Gleise des Bahnhofs Marktschorgast über. War die Brücke erreicht, konnten Lokführer und Heizer der Dampflokomotiven erst einmal aufatmen. Die Bergfahrt über die Rampe war geschafft ! Die vermehrte, kräftezehrende und schweißtreibende Arbeit des Kohleschaufelns vorerst beendet. Ab hier war Kohle- und Wasserbedarf der Dampflok „normal“.

Blickt man von der Brücke talwärts, erkennt man links neben der Strecke einen aufgeschütteten Damm.  Darauf lag noch bis 1990 ein Abstellgleis. Hier handelte es sich um eine Besonderheit des Bahnhofes Marktschorgast: Um früher auf der Strecke Bamberg – Hof die Züge in kürzeren Abständen verkehren zu lassen, mussten oft in Marktschorgast die langsam fahrenden langen Güterzüge überholt werden können. Solch schwere Züge brauchten trotz Unterstützung durch Schiebelokomotiven manchmal bis über 30 Minuten für die rund sieben Kilometer lange Steilstrecke und behinderten und blockierten damit die nachfolgenden schneller fahrenden Reisezüge. Ab Marktschorgast  bis zur Wasserscheide zwischen Stammbach und Münchberg stieg die Strecke weiter leicht bergan. Ein wesentlich schnelleres Vorwärtskommen war für die schweren Züge auch hier nicht möglich. Ein entsprechend langes Überholgleis ließ sich wegen der geografischen Vorgaben nicht einrichten. Deshalb wurden an beiden Bahnhofsausfahrten sogenannte Ausziehgleise errichtet. Der bergfahrende Güterzug fuhr in den „Goldbergstutzen“ ein, so war die Bezeichnung für das Gleis am oberen Ende des Bahnhofes, und ließ den schnelleren Zug vorbei. Um wieder auf das Hauptgleis zu kommen, musste der Güterzug zurückgedrückt werden. Da dieses Zurückfahren in das Gefälle der Schiefen Ebene hinein zu riskant und für das erneute Anfahren zu beschwerlich war, und dadurch unmöglich gewesen wäre, wurde ein waagerechter Damm aufgeschüttet  und mit dem Gleis versehen.

Dieser Damm ist heute nur noch ansatzweise zu erkennen. Für eine neue Fabrikationshalle der Firma Vitrulan musste der Damm teilweise abgetragen werden. Nun lässt sich die Neigung der Steilrampe an dem Gebäude noch besser sichtbar machen. Von der Brücke aus war der Stutzen mit dem Wassergleis auf dem Damm, links der Steilstrecke, deutlich zu erkennen.
Auf Marktschorgaster Gemeindegebiet befindet sich talwärts, ca. 650 m vom Bahnhof entfernt, die Bahnbrücke No. XIII (km 81,257). Hier kreuzte zur Bauzeit der Bahnlinie und in den ersten Jahren des Betriebes die damalige Distriktstraße von Marktschorgast nach Himmelkron und heute die Straße zum Ortsteil Rohrersreuth die Bahnstrecke. Die Brücke ist noch so erhalten, wie sie vor über 160 Jahren erbaut wurde. Wegen des sumpfigen Geländes musste das Sandsteinbauwerk auf insgesamt 228 etwa drei Meter lange Holzpfähle aufgebaut werden. Im Volksmund heißt diese Brücke, besonders noch bei den älteren Marktschorgastern, die „Lachenbruck“. Der Name kommt sicherlich nicht daher, weil es hier viele Pfützen gab. Vielmehr könnte der Begriff „Lache“ noch auf die alten Grenzmarkierungen durch abgelegte Bäume zurückgeführt werden.

Weitere ca. 300 m weiter talwärts wurde ein Durchlass eingerichtet, „um das Wasser, welches sich hier sammelt und weder nach rechts noch links abgeführt werden kann, bey Profil 30-d durchzulassen. Auf der Bergseite sammelt sich jenseits des Weges das Wasser und fällt dann über eine Stufe in den Einlauf, fließt von hier aus mit einem weiteren Höhensprung unter dem Weg hindurch und gelangt dann in den Einfallschacht des Durchlasses. Unter dem Gleiskörper hindurch ist neuerlich eine Stufe zu überwinden, dann ist der Auslass auf der Nordseite erreicht. Die Bausubstanz ist noch vollständig erhalten. Der Durchlass musste jedoch im Jahre 1985 saniert werden.

Die kleine Bahnbrücke No. XI (km 80,513) dient zur Überbrückung des Grundbächleins. Hier wechselt auch die Hangseite. Das Bauwerk wird vom Sektionsingenieur F. Preu im Jahre 1854 folgendermaßen beschrieben:
„No. XI Durchlaß mit halbkreisförmigen, 2 Fuß dickem Gewölbe von Sandstein von 10 Fuß lichter Weite für das unter der Mitte dieser Stützmauern durchfließende Grundbächlein. Die Höhe des Scheitels ist 14 Fuß über dem natürlichen Terrain und 22 Fuß unter der Bahnplanie. Die Gründung ist 12 Fuß tief auf festem Felsen“.  (1 Fuß = ca. 29,2 cm).

Mit Hilfe der Bahnbrücke No. X (km 80,205) (auch Pulster Bruck genannt) überquert die Bahnlinie den Pulstbach und das dazugehörige Seitental. Die Brücke ist in den hier etwa 14 Meter hohen Steindamm eingebaut. Zum Bau der Brücke wurden Sandsteine verwendet.  Über der Brücke ist im Damm ein Entlastungsbogen zu erkennen, der die hohe Last auf das Sandsteinmauerwerk etwas abfangen sollte. Aus Sicherheitsgründen wurde 1982 eine zusätzliche Betonröhre eingebaut. Bei der Gelegenheit erhielt der Pulstbach ein modernes Bachbett und der Fahrweg eine neue Pflasterung.

Die weiteren Kunstbauten befinden sich auf Gebieten der Gemeinden Himmelkron und Neuenmarkt.