Historischer Marktplatz
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Abwasserbeseitigung des Hauptortes Marktschorgast

Chronik

Der Markt Marktschorgast begann im Jahr 1959 mit der Planung und Umsetzung einer zentralen Abwasserbeseitigung. In den folgenden Jahren wurde das Kanalnetz nach dem Mischsystem errichtet. Im Jahre 1963 wurde eine mechanisch-biologische Kläranlage nach dem Tropfkörperverfahren im Perlbachtal errichtet und in Betrieb genommen. Nach den damaligen Richtlinien wurde die Anlage auf 2000 Einwohnerwerte ausgelegt.

Diese Anlage wurde 1993 außer Dienst gestellt und beseitigt. Beibehalten wurde die Kanalisation nach dem Mischsystem, das den derzeit geltenden Regeln der Technik angepasst wurde. In den Neubaugebieten „Am Herrnberg“ und „Am Steinhügel“ erfolgt die Entwässerung im Trennsystem. Im Jahr 1994 wurde im Bereich der Talmühle ein Regenüberlaufbecken zur Entlastung des Mischsystems errichtet und in Betrieb genommen.

Die ersten Planungen für die Erneuerung der Kläranlage stammen aus dem Jahr 1987.Die ersten Entwürfe basieren auf dem Tropfkörperverfahren. Der bestehende Tropfkörper sollte weiter verwendet werden. Mit Inkrafttreten der Rahmen Abwasser Verwaltungs-Vorschrift vom 08.09.1989 wurden an die Abwasserreinigung höhere Anforderungen gestellt. Die neu zu errichtende Kläranlage war nun auf Nitrifikation auszulegen.

Vorgesehen und verwirklicht wurde eine Kläranlage nach dem Belebschlammverfahren mit drei Kammern. Diese Kammern sind mit feinblasiger Belüftung und Rührwerken ausgestattet.Diese Anordnung hat den Vorteil, dass zusätzlich zur Nitrifikation auch Denitrifikation betrieben werden kann.Der Vorteil dieses aufwendigen Verfahrens ist, das neben den Kohlenstoffverbindungen auch Stickstoff aus dem Abwasser eliminiert werden kann. Die Planung der Anlagen aus dem Jahr 1959 und 1990 wurde durch das Ing. Büro E. Gräber, Bayreuth durchgeführt.

Allgemeine Beschreibung der neuen Kläranlage

Betriebsgebäude der Kläranlage

Im Betriebsgebäude sind das Labor und die Schaltwarte untergebracht. Im Keller des Betriebsgebäudes ist der mechanische Teil der Anlage angeordnet. Dieser besteht aus einem Feinrechen mit 3 mm Stababstand und einem belüfteten Langsandfang mit Fettabtrennung. Weiter sind eine Werkstatt und die Gebläsestation im Keller untergebracht.

Übersicht der Becken

Das Belebungsbecken hat ein Gesamtvolumen von 1200 m³. Das erste Becken ist unbelüftet und dient der Denitrifikation. Im Jahr 2000 wurde die Steuerung des zweiten Beckens auf Redox- Steuerung umgestellt. Das heißt, das in diesem Becken intermittierend nitrifiziert wird. Hier wird abwechselnd, je nach Belastung und Redoxwert belüftet oder nur umgerührt. Das dritte Becken wird ständig belüftet. Die Steuerung erfolgt über den Sauerstoffwert. 

Rundes Nachklärbecken

Im Nachklärbecken setzt sich der eingeleitete Belebschlamm ab, das gereinigte Wasser fließt über die Ablaufrinne zum Perlenbach. Der Rundräumer befördert den abgesetzten Schlamm zum Pumpwerk. Dieser wird wieder in die Belebungsbecken zurückgeleitet.

Der entsehende Überschuss Schlamm wird, je nach Zuwachs, in den Schlammstapelraum gepumpt. In 3 Kammern können hier bis zu 650 m³ Schlamm zwischengespeichert werden.

Der gereinigte und ausgefaulte Klärschlamm wird den Vorschriften entsprechend untersucht und zur Zeit noch als Dünger in die Landwirtschaft abgegeben. Dies ist im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes eine sehr umweltfreundliche Verwertung des Schlammes.

Auslegungsdaten

Die neue Kläranlage wurde auf 3500 Einwohnerwerte ausgelegt.
Bei Trockenwetter sollte der max. Zulauf 800 m³ /Tag nicht übersteigen.
Zur Zeit fließen bei Trockenwetter ca. 450 m³ Abwasser der Anlage zu.
Bei Regenwetter ist die Zulaufmenge auf ca. 135 m³ /Stunde begrenzt. Der Rest wird im Regenüberlaufbecken mechanisch gereinigt und bereits dort abgeschlagen.
Die derzeitige Belastung liegt bei ca. 2800 Einwohnerwerten.
Zur Zeit leiten ca. 1700 Einwohner ihr Abwasser ein. Der Rest der Belastung wird von den verschiedenen Gewerbe- und Industriebetrieben erzeugt.
Die Reinigungsleistung liegt bei über 98 % !!